Martina S.
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Die Speicherstadt in Hamburg ist weltweit einzigartig und war es von Anfang an. Sie ist nicht nur ein architektonisches Denkmal, sondern auch Manifestierung der unbeirrten Haltung einer Stadt, der Handel über alles ging. 20.000 Menschen verloren für sie ihre Wohnstatt.
Wären das die gewesen, die ursprünglich hier lebten, nämlich die Wohlhabenden, die Kaufleute und Reeder, dann wäre Bismarck auf verlorenem Posten gewesen. Aber die FEINE GESELLSCHAFT wohnte seit dem Fall der Torsperre 1860 an der ALSTER und in den Renaissance-Häusern wohnten Angestellte. Mittelschicht. Oder - schlimmer noch - Arbeiter. Denen konnte man die Wohnung kündigen ohne Regress-Ansprüche.
So bemerkenswert die Speicherstadt in Ihrer Architektur ist, so bemerkenswert ist sie auch in ihrer Radikalität.
Wenig wird beachtet, dass sie 20.000 Menschen um ihr Zuhause gebracht hat.
Was für eine Wendung des Schicksals, dass heute wieder 20.000 Menschen hier angesiedelt werden sollen. Und man muss der Stadt ein bisschen Anerkennung zollen, dass sie - zumindest ein wenig - darauf besteht, dass unter den Neusiedlern auch Normal-Verdiener sein können.