Tom
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Die Rezension bezieht sich ausschließlich auf das Restaurant "Dutters Stuben".
Wir haben dort 2025 das Gänsemenü genossen.
Vorweg, es handelt sich um ein kleines, feines, familiär geführtes Restaurant, zu dem sowohl eine Gastwirtschaft als auch ein Hotel gehören.
Wir wurden freundlich empfangen und das Restaurant war bis auf unseren Tisch ausgebucht. Gänsemenü wird hier traditionell den ganzen November über angeboten.
Wir sind aufgrund einer Google-Suche und der Erwähnung im Guide Michelin als 'Bib Gourmand' auf das Restaurant gestoßen. Das Menü - eigentlich fehlt dazu ein Gang - bestand aus Feldsalat mit Speck und Gänsebrust und -keule mit Semmel- und Kartoffelknödel sowie Marzipan-Apfel mit Rotkohl zu 55 Euro. Fleisch sowie Gemüse und Knödel nebst Sauce wurden auf Wunsch jeweils nachgereicht - dies wurde auch vorweg ausdrücklich angeboten ("damit alles noch warm ist für Sie"). Das Konzept hat überzeugt, und es war kein Problem, von allem noch nachzuschlagen (vor allem für die Männer ;-)).
Vorweg wurde ein Apertiv angeboten, der für mein Dafürhalten jedoch zu groß ausfiel (eher Cocktail-Größe). Lieber wäre mir ein Glas Winzersekt mit Quittenlikör oder ähnlich Jahreszeitlichem gewesen. Eine passende Weinbegleitung mit regionalen Weinen wurde angeboten.
Natürlich wählten wir alle noch ein Dessert, weil dann doch der süße Abschluss gefehlt hatte. Üblicherweise liegt der Schwerpunkt bei Dutters Stuben im Menü-Angebot (wechselnde 4-Gang-Menüs zu ca. 77 Euro). Von daher verstehe ich nicht ganz, weshalb man beim Gänsemenü nicht gleich den dritten Gang eingeplant hat. Das wäre dann eine runde Sache gewesen. Die war es so auch - mit unserer "Nachbesserung" ähm ~bestellung. Aber von der Visitenkarte, die der Koch (Hausherr) abgeben könnte, fehlt halt irgendwie ein Teil - sich Gedanken für ein stimmiges (komplettes) Menü zu machen - und zu dem gehört nun mal ein Dessert. Ich vermute, man möchte dem Gast überlassen, ob er nach dem Gänseessen noch eines "schafft".
Die zusätzlich bestellten Desserts waren lecker, leider zu bemängeln, die Crème Brulée komplett sehr kalt - die gehört normalerweise frisch karamellisiert (geflämmt), die Karamell-Oberfläche warm, darunter kühl. Das böte mehr Spannung im sensorischen Genuss. Der Espresso war stark mit guter Crema, leider die Tassen nicht heiß vorgewärmt.
Es gibt Digestifs aus der Region! Prima und lecker.
Die Bedienung war sehr freundlich und herzlich, gleichermaßen aufmerksam. Wir waren gut zufrieden und einem Wiederholungsbesuch steht nichts im Wege.
Angesichts des noch nach oben vorhandenen Potentials (siehe oben) unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Besitzer bewusst auf dem Boden bleiben möchten und keinesfalls eine höhere Einstufung in Restaurantführern anstreben, kommt für mich somit die Einstufung mit 4 Sternen für Dutters Stuben zustande.