NH 9.
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Wir waren hier im Juli, während unseres Urlaubs zu Gast. Da ich schon in vielen Gourmet-Restaurants war und immer wieder gerne hingehe, war ich äußerst gespannt auf dieses. Sowohl der Michelin Guide als auch die positiven Rezensionen haben mein Interesse mehr als geweckt.
Leider muss ich zu dem Entschluss kommen, dass all das für mich persönlich fern der Realität liegt. Ein solch schlechtes Erlebnis wie hier habe ich selten gemacht.
Es hat schon damit angefangen, dass auf unserem Tisch eine kleine Broschüre/Werbung des Hauses lag; das war auch in Richtung der Toiletten zu finden, weshalb sich mir die Frage stellte, was Werbung auf dem Tisch in einem solchen Etablissement zu suchen hat.
Die Karte fand ich unübersichtlich: Es stand in etwa „Angebot des Tages“ für den Aperitif, dort wurden zwei angeboten, aber nirgends gab es eine Auflistung, welche Aperitifs es sonst noch gibt. Selbiges auch mit dem Wein: Warum steht auf Ihrer Karte kein Offener Wein, obwohl alle anderen Getränke dort verzeichnet sind? Mir ist klar, dass es eine Weinkarte gibt, aber dann wäre es von Vorteil, wenn ich diese auch hätte und nicht erst Minuten lang warten müsste, bis ich jemanden erwische, der mir diese geben kann.
Die Geräuschkulisse war auch extrem laut; ich verstehe nicht, wie man schreiben kann, dass es angenehm sei, wenn ich meinen Gegenüber in normaler Lautstärke nicht verstehen kann.
Der Sommelier war uns persönlich viel zu unfreundlich. Als Vorspeise hatte ich eine Brühe und meine Partnerin ein Nudelgericht. Dazu fragte ich nach, welchen Wein er empfehlen würde; daraufhin ging er weg, kam aber nicht wieder. Als wir unsere Vorspeisen zur Hälfte aufgegessen hatten, kam er wieder – jedoch nicht mit einem Wein, auch keiner Entschuldigung, sondern der Aussage, dass er hier keinen Wein empfehlen würde, weil ich ja eine Brühe hätte. Das empfinde ich als nicht professionell, da es zum einen meine Entscheidung ist, ob ich einen Wein dazu haben möchte, und meine Partnerin hatte ganz offensichtlich keine Brühe. Zumal uns ein Wein nach der Hälfte der Gerichte auch nichts mehr gebracht hätte.
Die Hauptspeise war dann der Höhepunkt: panierte Ochsenbäckchen mit Kartoffelsalat und Creme. Haben Sie das überhaupt probiert, bevor Sie es auf die Karte gesetzt habt? Fast die Hälfte war trocken, nichts von dem typischen Fett war vorhanden, es gab keine Sauce dazu, lediglich eine Creme, die jedoch den ganzen Geschmack übertönt hat; trug man sie nicht auf, blieb das trockene Fleisch und die Panade nahezu im Rachen stecken.
Der Wein dazu war gut.
Meine Begleitung hatte Fisch; dieser war durchaus lecker.
Die Nachspeisen waren lecker, aber too much von allem.
All in all kann ich das Restaurant so allerdings nicht weiterempfehlen. Es wirkt zwar potenziell vielversprechend, aber so viele markante Fehler bzw. Enttäuschungen sind für den Preis und das zu erwartende Niveau nicht angemessen.