Markus J.
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Am 2. Weihnachtstag haben wir uns mit großer Erwartung auf das Weihnachtsmenü im Landgasthof „Zum Kaffelstein“ gefreut. Wir hatten für 13:30 Uhr den Tisch reserviert und etwa eine ½ Stunde später wurde uns endlich der Aperitif serviert. Der alkoholfreie Traubensecco schmeckte weder nach Traube noch war er secco, eine herbe Enttäuschung. Die Kürbiscremesuppe, deren Servieren Freddie Frinton alle Ehre gemacht hätte, war das kulinarische Highlight dieses Weihnachtsmenüs. Das passende und schmackhafte Graupenrisotto zum Lachs war mehr als Sättigungsbeilage, denn als Garnitur im Sinne eines französischen Menüs angerichtet, und in der vegetarischen Variante wurde der Lachs schlicht durch Graupen ersetzt, die in dieser Menge jeden Magen atmosphärisch überbeanspruchen. Ein vegetarischer Hauptgang könnte als zeitgemäßer Ausdruck von Gastfreundschaft positiv gewertet werden. Die Soße zum sehr guten, rosa gebratenen Kalbsrücken war zu salzig. Die lediglich auf den Hauptgang abgestimmte Weinbegleitung (in 0,1 l Glasmengen) ist schon auf dem Weg zum Tisch verdunstet, stand dann dort fast eine ¼ Stunde bis der Hauptgang serviert wurde und harmonierte nicht wirklich mit dem Menü. Zum Dessert war Lebkuchenmousse angekündigt, serviert wurde ein Stück Puddingbeton in der Form eines Lebkuchenmännchens. Wir haben unsere Teller aus Anstand gegenüber dem Essen an sich, nicht aus Anerkennung für die Küche leergegessen. Unsere Vorstellung von einer sorgfältig zubereitenden Küche, die handwerklich über dem Durchschnitt liegt, steht für dieses Weihnachtsmenü im Widerspruch zum Qualitätsversprechen des Bib Gourmand. Das Einzige, was bleibt, dass wir als Familie schon lange nicht mehr so viel zusammen gelacht haben, wie bei diesem Weihnachtsessen. Diese Stimmung wollten wir uns durch eine persönliche Kritik vor Ort an diesem 2. Weihnachtstag nicht belasten.
Aktuell sind wir im nördlichen Elsass zum Wandern und Speisen. Was wir hier in den Restaurants authentisch und gut gekocht genießen dürfen, ist auch ohne Auszeichnung besser als das, was uns das außenwirksame Niveau für den Landgasthof „Zum Kaffelstein“ suggeriert hat.