Manuel Reichmann
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Wir waren heute zu ersten Mal im Stefan Haas Fine Dine zum Daylight Dining.
Von der Begrüßung weg war es ein absolut mehr als gelungener Aufenthalt. Wir waren zu viert und haben uns für das Daylight Dine Menü in 5 Gängen (ohne Dessert) entschieden. Begleiten ließen das Menü mit Jahrgangsweisen, die Dank "Coravin" auch glasweise genossen werden konnten, aber auch mit alkoholfreien Varianten, die wir jeweils nach Gericht und Laune ausgewählt hatten.
Das Menü begann mit einem Gedeck, bestehend aus 3 verschieden Brotsorten, Rohmilch-"Buddha", Wildpastrami und veganem Bratlschmalz (sensationell!).
Darauf folgte der Gruß aus der Küche: die Perle des Ausseerlandes, bestehend aus geräucherter Forelle, Gurkensalat und Hopfengranite.
Danach gab es rohe Rottenmanner Süßwassergarnelen mit Reis-Koji, mit einem Sud aus den Garnelenschalen. Ein schöner Einstieg. Sehr gelungen.
Darauf folgte das erste Highlight: Sellerie in verschiedenen Texturen mit Artischocke, Saubohne und einer genialen Sauce aus dem Kochfond der Artischocken und fermentiertem Selleriesaft. Die Sauce war unheimlich schön ausbalanciert und hatte eine sehr angenehme, animierende Säurestruktur.
Als Nächstes bekamen wir ein veganes Beuschel aus Pilzen, basierend aus Kräutersaitlingen und fermentiertem Pilzwasser. Seidig in der Textur und voller Umami.
Dann kam das zweite Highlight des Tages: In Garum glasiertes Kalbsbries, kombiniert mit Schwarzwurzel, Salzzitrone und Buttermilch. Sehr harmonisch austariert und durch seine durchaus präsente Säure perfekt vor dem Hauptgang. Die fermentierte Amalfi-Zitrone war hier für mich der Gamechanger, der das Gericht von "sehr gut" gefährlich nahe an die "Perfektion" führt.
Als letzten Gang bekamen wir ein Dreierlei vom Reh mit Roggenbrotcreme und Malzlack. Ein rosa Filet mit Roggenbrot-Crumble, eine gepresste Schmorterrine und eine rohe Reh-Cannelloni harmonierten wunderbar mit den dunklen Röstaromen der Brotcreme und dem Malzlack. Sehr schönes Gericht, in Optik, wie auch Aromatik.
Zum Abschluss gab es noch Pralinen zum Espresso, die eine angenehme, nicht zu aggressive Süße hatten. Der perfekte Schlussstrich.
Der Service war höchst professionell und in keinster Weise aufdringlich, sehr angenehm und erfrischend.
Alles in Allem ein mehr als gelungener, erster Besuch, der allerdings sicher nicht der Letzte sein wird. Bis zum Nächsten Mal, wir freuen uns schon.